TheoDor-Storm-Schule Bad Oldesloe 

                                23843 Bad Oldesloe                                                                         Olivet-Allee 15                                        theodor-storm-schule.bad-oldesloe@schule.landsh.de           Tel.: 04531-504 660   Fax: 04531-504 664

Pädagogische Konzeption

Präambel

Die Gesellschaft erfordert Menschen, die bereit und fähig sind, sich Veränderungen zu stellen und flexibel darauf zu reagieren. Auf die sich daraus ergebende Forderung nach zunehmend höherwertigen Bildungsabschlüssen möchte die Theodor-Storm- Schule durch geeignete Formen des Lehrens und Lernens, insbesondere durch längeres gemeinsames Lernen, reagieren.

Schülerinnen und Schüler haben unterschiedliche Begabungen, Fähigkeiten und Lernentwicklungen. Deshalb fördert und fordert die TSS die Heranwachsenden ihrer individuellen Entwicklung entsprechend und legt in gleicher Weise Wert auf die Vermittlung von Sach-, Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenz. Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrerschaft bilden gemeinsam die Schulgemeinschaft.

1. Schulische Schwerpunkte

Die Theodor-Storm-Schule will das naturwissenschaftlich-technische Verständnis, die Erziehung zu gesundheits- und verbraucherbewusstem, zu ökologischem und sozialem Handeln sowie die Fremdsprachenkompetenz fördern.

Neben diesen sich an den Unterrichtsfächern orientierenden Schwerpunkten bietet die TSS mit der Berufsorientierung, dem Methodencurriculum sowie dem angegliederten DaZ-Zentrum 1 ihren Schülerinnen und Schülern individuelle Entwicklungs- und Qualifikationsmöglichkeiten.

2. Allgemeine pädagogische Zielsetzungen

Die Erziehungsziele orientieren sich an den Bedürfnissen der heterogenen Schülerschaft und an den schulischen Leitideen.

Ein weiterer wichtiger pädagogischer Pfeiler ist die Zusammenarbeit zwischen Schule und Erziehungsberechtigten zum Wohle der der TSS anvertrauten Kinder. Der jährliche Elternsprechtag und Gesprächsangebote zu Entwicklungsfragen bieten die Möglichkeiten zum Austausch. Ausgangspunkt des gemeinsamen Handelns zwischen Erziehungsberechtigten und Schule soll ein Kennenlerngespräch sein, das zu Beginn des ersten Halbjahres der fünften Klasse zwischen Erziehungsberechtigten und Klassenlehrkraft stattfindet. So wird die Grundlage für individuelle Unterstützung des Lernprozesses und der persönlichen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler gelegt.

Durch die Kooperation mit den beruflichen Schulen des Kreises Stormarn führt die Theodor-Storm-Schule zu allen Bildungsabschlüssen.

3. Individualisierung des Lernprozesses

Um auf die vielfältigen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler eingehen zu können, wird der Unterricht auf das Begabungsprofil des einzelnen Kindes abgestimmt. Dazu nutzen die Lehrkräfte Methoden der äußeren und inneren Differenzierung. Durch verschiedene Maßnahmen werden individuelle Begabungen gezielt gefördert und Leistungsschwächen ausgeglichen.

3.1 Binnendifferenzierung

Die Schülerinnen und Schüler verbleiben solange wie möglich in ihrem Klassenverband. Dieses gemeinsame Lernen aller Kinder verlangt Formen binnendifferenzierten Arbeitens und individueller Förderung, auch bei temporären Lerndefiziten.

Selbstständiges und soziales Lernen sowie handlungsorientierte und offene Lernsituationen sind Bestandteile des Fachunterrichts.

Unterschiedliche Begabungen, Fähigkeiten und Lernentwicklungen werden durch z.B.

  • Wochen- und Monatspläne
  • handlungsorientierten Unterricht
  • Lernprogramme (PC, Printmedien)
  • offene Lernsituationen
  • Lernen durch Lehren (z.B. Schüler helfen Schülern, Präsentationen von Unterrichtsinhalten)

  • doppeltbesetzten Unterricht

aufgegriffen und ermöglichen individualisiertes Lernen. Dadurch werden ein eigenes Lerntempo und ein eigener Lernweg zum Erwerb von Kompetenzen berücksichtigt.

3.2 Äußere Differenzierung in Englisch und Mathematik

Das gemeinsame Lernen steht im Vordergrund, allerdings gibt es an der TSS ab Klasse 7 in den Unterrichtsfächern Englisch und Mathematik eine Differenzierung auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus (Grund- und Erweiterungskurse), durch die Schülerinnen und Schüler ein Unterrichtsangebot erhalten, das ihrem Leistungsvermögen und ihrem Lernstand entspricht.

Die Einstufung legt die Klassenkonferenz fest. Im Zweifelsfall sind Beratungsgespräche mit der Schülerin oder dem Schüler und den Erziehungsberechtigten möglich. Halbjährlich wird der Lernfortschritt dokumentiert und entsprechend über einen Wechsel des Anforderungsniveaus entschieden.

4. Leistungsbewertung

Die Leistungsanforderungen richten sich nach den Bildungsstandards, den Fachanforderungen und den Zielvorstellungen der Schule, die in schulinternen Curricula konkretisiert werden. Die zuständigen Fachkonferenzen legen die zu beurteilenden Kompetenzen fest, die für ihr Fach in einen Beurteilungsbogen einfließen.

Die Leistungen und die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler werden dokumentiert in skalierten Raster- bzw. Bewertungsbögen, Portfolios, verbalen Beurteilungen sowie Noten.

Zu jedem Zeugnistermin wird in Absprache zwischen den Klassen- und Fachlehrkräften und ggf. Förderschullehrkräften ein individueller Fachkompetenzbogen (Klasse 5 – 7) und ein Methoden- und Sozialkompetenzbogen (Klasse 5 – 10) für jede Schülerin und jeden Schüler erstellt, der das Notenzeugnis ergänzt.

Auf Grundlage der Beurteilungsbögen finden ausführliche Beratungsgespräche zwischen Schülerinnen und Schülern, Eltern und Klassenlehrkräften statt, mit dem Ziel, eine individuelle Förderung zu vereinbaren. Diese kann auch in das Ganztagsangebot integriert sein.

5. Methodische Konzeption

Die Lehrkräfte verstehen ihre Aufgabe in der Vermittlung von Fachwissen und Methoden sowie in der Lernbegleitung und -beratung. Durch vielfältige Arbeitsformen und Arbeitsmaterialien werden unterschiedliche Lerntypen und Lernniveaus sowie eigenständiges Arbeiten gefördert. Ein fester Bestandteil sind Fach- und Methodentage sowie Vorhabenwochen, die auch an anderen Lernorten stattfinden können. In jeder Klassenstufe gibt es ein Methodencurriculum, das durch ein gezieltes Methodentraining in unterschiedlichen Organisationsformen durchgeführt wird.

6. Berufsorientierung

Die Anleitung zur Berufsfindung und die Entwicklung der Berufsfähigkeit sind wesentliche Elemente dieser Schule. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Einblicke in die Berufs- und Arbeitswelt. In den Klassen 5-7 haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Berufe und Tätigkeiten aus ihrem persönlichen Umfeld kennenzulernen. Ab Klasse 8 beginnt die konkrete Berufswahlvorbereitung. Sowohl in der 8. als auch in der 9. Klasse findet ein zweiwöchiges Betriebspraktikum statt. Ebenso werden außerschulische Angebote genutzt (z.B.: BIZ, örtliche Ausbildungsmessen, Angebote der örtlichen weiterführenden Schulen, lokale Betriebe).

7. Bilingualer Unterricht

Die Kenntnis von Fremdsprachen gewinnt angesichts der zunehmenden Verflechtung von kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Ereignissen in Europa immer mehr an Bedeutung. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler und ihre kommunikative Kompetenz zu steigern, bietet die TSS bilingualen Fachunterricht an. Hierfür eignen sich vor allem Sachfächer, die durch ihre Methodik einen hohen Grad an Anschaulichkeit und Handlungsorientierung vorweisen.

 

8. Konzept der offenen Ganztagsschule

Die Theodor Storm Schule bietet ergänzend zum planmäßigen Unterricht an vier Unterrichtstagen schulische Veranstaltungen an, für die sich die Schülerinnen und Schüler freiwillig zur verbindlichen Teilnahme anmelden können. Im Rahmen der Offenen Ganztagsschule will die TSS allen Schülerinnen und Schülern erweiterte Bildungs- und Erziehungsangebote und damit eine Verbesserung ihrer Bildungschancen anbieten.

Die Angebote umfassen z.B. Hausaufgabenhilfe, Mittagsfreizeitbetreuung, Vermittlung von besonderen Qualifikationen in den Bereichen Selbst-, Methoden-, Sozial- und Sachkompetenz, Kurse zur musischen, künstlerischen, kreativen, technischen, kulturellen und religiösen Bildung und Erziehung, Bewegungs-, Spiel- und Sportkurse sowie Kurse im Bereich der Umweltbildung.

9. Deutsch als Zweitsprache

An die TSS ist ein schul- und schulartübergreifendes DaZ-Zentrum 1 angegliedert, dessen Angebot sich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufen mit Migrationshintergrund richtet. Die hier geförderten Schülerinnen und Schüler werden nach entsprechenden Lernerfolgen in die Klassen integriert.

10. Kooperationen

Die TSS verfügt über ein vielfältiges Netz an Kooperationspartnern, die durch ihre Arbeit das rein curriculare Lernen ergänzen und Übergänge schaffen. Hier sind beispielhaft zu nennen: Jugendaufbauwerk, Schulsozialarbeit, Förderzentrum, Berufliches Gymnasium, Agentur für Arbeit.

11. Schulleben

Schüler und Schülerinnen und ihre Erziehungsberechtigten und Lehrkräfte gestalten an der TSS ein vielfältiges Schulleben. Hier sind beispielhaft zu nennen: Schuljahresabschlusstag, Tag der offenen Tür, Schulsanitätsdienst, Konfliktlotsen, Frankreichaustausch, Schul- und Sportveranstaltungen, Schulverein.

Beschluss der Schulkonferenz vom 04.05.2015

 

 

1 DaZ = Deutsch als Zweitsprache